Sing- und Musik­the­ra­pie

Das ist ja das Geheim­nis der Musik, dass sie nur unse­re See­le for­dert, die aber ganz, sie for­dert nicht Intel­li­genz und Bil­dung, sie stellt über alle Wis­sen­schaf­ten und Spra­chen hin­weg (…) stets nur die See­le des Men­schen dar.“

Her­mann Hes­se

Was ist eigent­lich Musik­the­ra­pie?

Hei­len mit Musik ist kei­ne Erfin­dung der Neu­zeit, son­dern hat eine mehr als 4000 Jah­re alte Geschich­te. Ritua­le in Ver­bin­dung mit Musik waren und sind seit Jahr­tau­sen­den fes­ter Bestand­teil der medi­zi­ni­schen Behand­lung. Heu­te ist die Musik­the­ra­pie eine seit 50 Jah­ren aner­kann­te künst­le­ri­sche Psy­cho­the­ra­pie­me­tho­de. Musik ist eine uralte Kul­tur­tech­nik des Men­schen und wird in der Musik­the­ra­pie als ganz­heit­lich wir­ken­des The­ra­peu­ti­kum ver­stan­den und ein­ge­setzt.

Dem Ruhe­lo­sen gibt die Musik Frie­den und den Wei­nen­den trös­tet sie. Die, die nicht mehr wei­ter wis­sen, fin­den neue Wege, und denen, die alles ableh­nen, erwächst neue Sicher­heit und Hoff­nung.“

Pablo Casals

  • Musik kann trös­ten, ent­span­nen, akti­vie­ren und Erin­ne­run­gen her­vor­lo­cken.
  • Musik ist die Spra­che der See­le. Mit ihr kann See­li­sches aus­ge­drückt wer­den, was nur schwie­rig oder gar nicht in Wor­te zu fas­sen ist.
  • Musik hilft, Zugang zum Unbe­wuss­ten zu bekom­men, um eige­ne inne­re Ant­wor­ten zu fin­den.
  • Die Musik ist eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form auf nicht-sprach­li­cher Ebe­ne, mit der dem Selbst­emp­fin­den Aus­druck ver­lie­hen wird.
  • Mit Musik kann die kör­per­li­che sowie see­li­sche Gesund­heit wie­der­her­ge­stellt wer­den und letzt­lich erhal­ten blei­ben.
  • Mit Musik kön­nen phy­sio­lo­gi­sche, emo­tio­na­le, kogni­ti­ve und sozia­le Defi­zi­te gemil­dert wer­den.
  • Musik erhöht die Selbst­wahr­neh­mung und dient der Psy­cho­hy­gie­ne.

Wel­che musik­the­ra­peu­ti­schen Metho­den bie­te ich an?

Es gibt ver­schie­de­ne For­men der Musik­the­ra­pie:

Akti­ve Musik­the­ra­pie

Bei der akti­ven Musik­the­ra­pie wer­den wir gemein­sam Musik zusam­men machen. Es geht dar­um, belas­ten­de Situa­tio­nen bzw. The­men, die im vor­aus­ge­hen­den Gespräch her­aus­kris­tal­li­siert wer­den, auf einem bewusst ein­fa­chen Instru­ment “aus­zu­drü­cken” und “nach­zu­spie­len”. Das Instru­ment kann auch die eige­ne Stim­me sein, ganz nach ihrem Bedürf­nis und ihrer Intui­ti­on. Es geht nicht dar­um, voll­stän­di­ge Melo­di­en zu erzeu­gen, son­dern kom­mu­ni­ka­ti­ve, see­li­sche und emo­tio­na­le Aspek­te musi­ka­lisch aus­zu­drü­cken. Vor­kennt­nis­se sind dafür nicht erfor­der­lich.

Rezep­ti­ve Musik­the­ra­pie

Bei der rezep­ti­ven Form steht das Musik­hö­ren im Mit­tel­punkt. Hier­bei spielt die Wir­kung der Musik auf ihre see­li­sche Ver­fas­sung eine wich­ti­ge Rol­le. Ergän­zend dazu wer­den Sie „mit­ge­nom­men“ auf Ent­span­nungs- und Phan­ta­sier­ei­sen.

Klang­rei­sen

Eine Klang­rei­se ist eine Rei­se ins Inne­re, ein Anknüp­fen an das Unter­be­wuss­te. Die­se „Rei­se“ wird beglei­tet von einem Klang, der vor allem auf archai­schen und ursprüng­li­chen Instru­men­ten (Trom­mel, Tam­Tam, Mono­chord, Klang­scha­le, Gong) gespielt wird. Anschlie­ßend wird die „Rei­se“ bespro­chen und ana­ly­siert.

Sing­the­ra­pie

Die Sing­the­ra­pie ist eine Form, bei der der Ein­satz der Stim­me eine beson­de­re Rol­le spielt. Sin­gen hilft bei der Wahr­neh­mung, Bewäl­ti­gung und Regu­lie­rung von Gefüh­len, weckt die Erin­ne­rung und för­dert die Kon­zen­tra­ti­on. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me Spra­che und Gesang kön­nen einer­seits inten­si­ve Emo­tio­nen wecken, als auch ande­rer­seits zur Enspan­nung und Ent­las­tung füh­ren. Das Sin­gen kann blo­ckier­te Gefüh­le zum Klin­gen brin­gen, Ver­bor­ge­nes sicht­bar wer­den las­sen, ord­nen und beru­hi­gen. Das dazu­ge­hö­ri­ge Gespräch bie­tet die Mög­lich­keit, Lebens­me­tho­den auf­zu­de­cken und neue Wege und Lösun­gen zu fin­den.

Acht­sam­keits­ba­sier­tes Tönen, Sin­gen und Musi­zie­ren

Acht­sam­keit bedeu­tet, mit sei­ner gan­zen Auf­merk­sam­keit den Moment so zu erfah­ren, wie er ist. Es ist ein bewuss­tes Wahr­neh­men von allem, was kommt und geht, egal, ob es Kör­per­emp­fin­dun­gen, Gefüh­le, Gedan­ken oder ande­re Geis­tes­ob­jek­te sind. Dabei ist eine anneh­men­de, fried­vol­le und aner­ken­nen­de Hal­tung gegen­über allen auf­tau­chen­den Phä­no­me­nen von gro­ßer Bedeu­tung. Mit der Pra­xis der Acht­sam­keit ent­wi­ckelt und ver­fei­nert man drei zen­tra­le mensch­li­che Fähig­kei­ten, näm­lich Wis­sen­klar­heit, Gleich­mut und inne­re Sta­bi­li­tät. Zudem wird die bewuss­te Geis­tes­ge­gen­wart und das Mit­ge­fühl mit sich selbst und ande­ren ent­wi­ckelt und gepflegt. Mit Hil­fe von Medi­ta­tio­nen, Acht­sam­keits­übun­gen und acht­sa­mem Atmen, Sin­gen und Musi­zie­ren wird die Pra­xis der Acht­sam­keit geübt und ver­tieft. Vor­kennt­nis­se sind nicht erfor­der­lich.

Musik bringt zum Aus­druck, was sich nicht in Wor­te fas­sen lässt und doch nicht still blei­ben kann.

Vic­tor Hugo

Für wen ist Musik­the­ra­pie inter­es­sant?

Musik­the­ra­pie eig­net sich für Men­schen aller Alters­grup­pen. Sie kann in Ein­zel- oder Grup­pen­the­ra­pie erfol­gen. Musi­ka­li­sche Vor­kennt­nis­se sind nicht erfor­der­lich.

In mei­ner Pra­xis befin­det sich ein umfang­rei­ches Instru­men­ta­ri­um bestehend aus ver­schie­dens­ten Rhyth­mus-, Blas-, Streich-, Klang- und Tas­ten­in­stru­men­ten. Die Instru­men­te sind größ­ten­teils sehr ein­fach zu spie­len und haben ver­ein­zelt einen archai­schen Ursprung.

Praxis für Atem-, Sprech-, Stimmtherapie

Hofstr. 71, 48712 Gescher

Raum für Stimme und Gesang

Johanniter Str. 10, 48145 Münster